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DRM? Nicht bei uns.

Verlage lieben Bücher aber sie hassen offensichtlich ihre Kund*innen. Nein, nicht alle aber diejenigen, die eBooks kaufen. Anders kann ich es mir nicht erklären, das sie so sehr auf DRM (Digital Rights Management) beharren. Gut, mittlerweile sind viele Verlage von „hartem DRM“ auf sogenanntes „weiches DRM“ umgestiegen, aber das änder ja nichts daran, dass es immer noch DRM ist, dass dazu da ist, dass Käufer*innen im Buch selbst identifizierbar sind und bleiben, damit… ja damit was? Der Verlag sie verklagen kann, falls genau das Exemplar auf einer Tauschbörse auftaucht? Und was hat der Verlag davon außer Genugtuung, es endlich mal wieder jemanden so richtig gezeigt zu haben?

Beim Ach je Verlag ist die Entscheidung leicht gefallen: eBooks aus diesem Verlag haben kein DRM – egal über welche Plattform sie verkauft werden. Weder bei Amazon, Google Play oder Apple iBooks ist DRM aktiviert und auch hier im Shop wird kein DRM angewandt. Der Glaube daran, dass die Menschen, die sich das Buch leisten können es auch kaufen werden ist stärker als die Furcht vor dem Verlust von monetären Mitteln. Sicherlich werden Menschen die eBooks kopieren, sicherlich werden es sich auch Menschen kopieren, die es sich leisten könnten aber aus welchen Gründen auch immer nicht wollen. Das ist nun mal so, das gab es schon immer und wird es auch immer geben. Beim Ach je Verlag wird niemand Energie in das Verfolgen von solchen Kopien stecken und mit der dadurch gewonnenen Energie und Zeit wird hier beim Verlag  dann lieber das gemacht, warum es den Verlag gibt: Autor*innen finden, Bücher mit ihnen entwickeln und am Ende ein schönes Buch in Kleinst- bzw. Kleinauflage machen und das unter die Leute bringen.

Und wenn da nun jemand ist, der oder die ein Buch aus dem Verlagsprogramm heruntergeladen hat und es gut findet und dann doch einen Euro oder zwei übrig hat, dann kann die Person diesen Euro loswerden: Der Ach Je Verlag hat eine Bücherkasse, deren Inhalt am Ende des Jahres zwischen dem Verlag und den Autor*innen, deren Bücher in diesem Jahr im Programm sind zu gleichen Teilen aufgeteilt wird. Inhaber des Verlages gelten dabei nicht als Autor*innen, auch wenn der Verlag Bücher von ihnen im Programm hat. Beim Kassensturz wird die Summe hier kommuniziert werden, wieviel dann jeder Person erhält müsst ihr euch dann schon selbst ausrechnen

Egal wer wieviel in die Bücherkasse rein wirft – der Verlag wird diese Person nicht fragen, ob und wieviel Bücher sie kopiert hat. Der Verlag wird deswegen garantiert niemanden abmahnen oder anzeigen, statt dessen heisst es schon jetzt: Danke sehr!

Hier geht es zur Bücherkasse.

Das Titelbild „DRM-free label“ ist von der Free Software Foundation und steht unter der Creative Commins Attribution-Share Alike 3.0 Unported Lizenz.

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